Barcelona ist für viele die Traumstadt schlechthin. Direkt am Meer gelegen mit wunderbaren Bauwerken und einzigartigen Museen.

Nach dem erholsamen Strandtag gestern machten wir uns heute morgen gestärkt auf um die Stadt Barcelona weiter zu erkunden. Als erstes planten wir das Fussballstadion Camp Nou zu besichtigen. Der FC Barcelona hat in Katalonien einen sehr hohen Stellenwert, und gilt als deren "Nationalmannschaft" Mit dem normalen Unterstützen des eigenen Klubs durch einen Fussballfan  hat die Begeisterung in Barcelona recht wenig zu tun. Vielmehr ist der FC Barcelona eine Art Ersatzreligion für die Einheimischen und viele weitere Fussballfans, die sich rund um den Globus verteilen. Kein anderer Fussballklub auf der Welt hat soviele Fanklubs und Mitglieder. Weltweit sind es über 100'000, selbst der frühere Papst war Mitglied des FC Barcelona. Das Stadion Nou Camp zählt zu den grössten und schönsten Fussballanlagen der Welt. Gerade an den Spielen herrscht hier eine schier unbeschreibliche Atmosphäre. Bei der Besichtigungstour durch das Stadion ist davon leider wenig zu spühren. Das Stadion hätte längst eine Renovierung nötig. Zur Zeit arbeitet man an einer Renovation. Das Stadion soll dabei sogar leicht vergrössert werden und eine neue Hülle erhalten. Die Grundzüge des jetzigen Stadions sollen allerdings erhalten bleiben. Für Erwachsene kostet der Eintritt 17 Euro. Ziemlich happig für die kleine Besichtigungstour und trotzdem gibt es kein anderes Museum in Barcelona, welches so gut besucht ist wie das Fussballmuseum des FC Barcelona. Nach der Sagrada Familia weist das Camp Nou die höchsten jährlichen Besucherzahlen der Stadt aus. Nach dem Kauf des Tickets kann man sich selbstständig auf den Weg durchs Stadion machen. In Gruppen von gut 50 Personen werden die Besucher jeweils hereingelassen. Die Tour beginnt mit einem 3D-Film über den Fussballklub. Gerade für Kinder ein spannendes Erlebnis, ihre Idole einmal in einem 3D-Video zu sehen. Danach kann man sich auf die Erkundungstour durchs Stadion begeben. Gelbe Schranken markieren den zugänglichen Bereich. Zuerst geht es in die Gästekabine. Diese ist in einem sehr schlechten Zustand. Viele Regionalklubs in Deutschland verfügen wohl über modernere Garderoben. Die Holzbänke sind ziemlich mitgenommen, die Duschen und Massagetische sehr alt. Eines spanischen Spitzenklubs ist diese Garderobe nicht würdig und für den Besucher reichlich unspektakulär. Die Kabine des Heimklubs kann man leider nicht besichtigen. Diese soll auf dem modernsten Stand und etwa viermal so gross wie die Gästekabine sein. Vielen Besuchern ist die Enttäuschung deutlich anzusehen, dass sie die Kabine ihrer Idole nicht zu Gesicht bekommen können. Weiter geht es den Stadiongang hinunter. Auf der Treppe hinunter zum Spielfeld befindet sich eine kleine Kapelle. Einige Spieler, und zu Beginn der Saison jeweils die ganze Mannschaft, erbeten sich die göttliche Unterstützung. Nach der Besichtigung der kleinen Kapelle geht es hinunter auf den heiligen Rasen des Camp Nou. Teilweise kann der Rasen nicht betreten werden, immer dann wenn ein neuer Rasen verlegt wird ist es nur möglich Fotos von der untersten Tribünereihe zu schiessen. Von ganz unten geht es nach ganz oben. Mit dem Lift geht es hinauf zur Pressetribüne, und anschliessend ins Museum des FC Barcelona. Das Museum ist wirklich sehr sehenswert und topmodern gestaltet. Viele Bilder, alte Trikots, Bälle und Pokale nehmen einem mit auf eine Reise in die Vergangenheit des Vereins und des Fussball allgemein. Nebst den vielen alten Erinnerungsstücken gibt es schön gestaltete Videoanimationen unter anderem vom geplanten Umbau des Camp Nou. Zudem gibt es die Möglichkeit vor einer grünen Wand ein Foto von sich machen zu lassen. Am Computer wird damit eine Fotomontage mit einem der Stars des FC Barcelona angefertig, welche man am Schluss der Tour erwerben kann. Bei den kleinen und den vergifteten Fans ist eine solche Fotomontage sehr beliebt. Allerdings sind die Preise ziemlich happig. Für ein kleines Bild bezahlt man gut und gerne zwanzig Euro. Nach der Stadion- und der Museumsbesichtigung sollten sie unbedingt einen Blick in den grossen Megastore des Verein werfen. Hier kriegt man alles erdenkliche. Von Leibchen über Schlüsselanhänger bis zu Biergläser und Rucksäcken ist alles zu finden. Selbst wenn man nichts zu kaufen gedenkt sollte man einen kurzen Blick in den Shop werfen. Wirklich beeindruckend was es alles mit dem Logo des FC Barcelona zu kaufen gibt. Vom Camp Nou aus liefen wir zu Fuss zum Palast Nacional. Vom Stadion aus läuft man gut zehn Minuten in nördliche Richtung. Der Palast ist von einer schönen Parkanlage umgeben. Nachdem wir uns einige Minuten im Grün der Anlage erholt haben, ging es zurück mit dem Tram der Av. Diagonal entlang Richtung Stadtzentrum. Barcelona verfügt über drei kleine Tramabschnitte. Sie befinden sich jeweils an den Enden des Av. Diagonal. Nach zwei Stationen stiegen wir bereits wieder aus und schlenderten der Strasse entlang. Die Av. Diagonal ist eine der Shoppingmeile in Barcelona. Hier gibt es viele grosse moderne Einkaufszentren, indenen man stundenlang verweilen kann. So richtig nach Shoppen war es uns allerdings nicht, und so besichtigten wir einige Geschäfte und machten es uns dann in einem Starbucks-Cafe gemütlich. Leider fährt das Tram nicht der ganzen Diagonale entlang. So muss man um ins Zentrum zurückzukehren auf einen Bus umsteigen.

Das Quartier rund um die Avinguda Diagonal nennt sich Eixample und ist eine recht beliebte Wohngegend. Vorallem im "goldenen Dreieck" gibt es diverse wunderschöne Bauwerke zu besichtigen. Dieses Quartier lag ursprünglich ausserhalb der Stadtmauern von Barcelona. Nachdem es am Anfang des 19. Jahrhundert zu einer grosser Zunahme der Bevölkerungszahlen gekommen ist, entschloss man sich die Stadt um das Quartier Eixample zu erweitern. Die Strassen wurden schachbrettartig angelegt. Einzig die Avinguda Diagonal durchquert dieses quadratische Muster. Heute unterteilt man das Eixample in zwei Abschnitte, einen östlichen und einen westlichen. Die "virtuelle" Grenze verläuft entlang der Carrer Balmes. Touristisch Interessant  ist vorallem der westliche Teil des Eixample, rund um die Passeige Gracia. Genau dieses Viertel mit seinen schönen Bauten besichtigten wir nun im Anschluss unserer nicht erfolgreichen Shoppingtour.

Die Shoppingmeile in Barcelona erstreckt sich übrigens vom neuen Einkaufszentrum Maremagnum, die Rambla hinauf zum Placa Catalunya und von dort weiter hinauf zur Avinguda Diagonal und der breiten Strasse entlang in nordwestliche Richtung. Zudem gibt es ein sehr grosses Einkaufszentrum am südöstlichen Ende der Diagonale. Über 100 Läden sowie zahlreiche Restaurants findet man dort.

Gondelfahrt über den Hafen von Barcelona

Eine sehr schöne Aussicht auf die Hafengegend, die Rambla und die Dächer von Barcelona hat man von der Hafengondel aus. Diese fährt von den Stränden zum Montjuic. Getragen wird die Seilbahn von zwei Türmen. Oben auf den Türmen befindet sich eine Aussichtsplattform, welche auch einzeln besichtigt werden kann. Für eine Fahrt mit der Gondel werden 9 Euro fällig. Wer nur mit dem Lift auf die Aussichtsplattform gelangen möchte bezahlt drei Euro. Hin- und Rückfahrt kosten etwa 13 Euro. Während der Hochsaison ist allerdings nur eine einfache Fahrt möglich. Bereits so steht man oftmals ziemlich lange an. Meistens sind die Warteschlangen bei der Bergstation am Montjuic deutlich kürzer. Direkt bei der Bergstation der Hafenseilbahn befindet sich das Restaurant Miramar. Von der grossen Terrasse aus hat man einen wunderschönen Blick über einen Grossteil der Stadt Barcelona. Die Preise allerdings sind ziemlich happig, zumal das Essen nicht wirklich hervorragend ist. Für ein Softdrink bezahlt man gut 3.50 Euro. Die Speisen beginnen bei 10 Euro aufwärts. Die schöne Aussicht macht den hohen Preis aber schnell wieder vergessen.

Wir benützten die zum Metronetz gehörende Funicular Montjuic und spazierten von da Richtung Bergstation der Hafenseilbahn, legten einen Zwischenstopp auf der Terrasse des Miramar ein und fuhren dann hinüber zu den Stränden von Barcelona. Von dort aus starteten wir einen Spaziergang durch das gotische Viertel von Barcelona. Das gotische Viertel liegt östlich der Rambla und ist eines der grössten zusammenhängenden Quartiere im gotischen Baustil. Während vielen Jahren galt das Barri Gotic als schlechte Wohngegend. Die vermögende Bevölkerungsschicht zog es hinauf ins Eixample. Die Altstadt, insbesondere das Barri Gotic wurde zur Wohngegend der ärmeren Bevölkerungsschicht. Mittlerweile hat sich dies wieder ein bisschen gewandelt, wenngleich vieleder wohlhabenden Einwohner eine Wohnung am Hang oder im Eixample nach wie vor vorziehen. In den letzten dreissig Jahren hat sich das Gesicht des gotischen Quartier in Barcelona ziemlich verändert. Die Plätze wurden saniert, alte Gebäude renoviert und baufällige Bauwerke abgerissen. Wir fühlten uns auf unserem Spaziergang absolut sicher. Trotzdem wird den Touristen geraten in den Abendstunden, die engen, dunklen verlassenen Gassen im gotischen Quartier zu meiden. Als erstes führte uns unser Spaziergang auf den Placa Reial. Dieser gehört zu den schönsten Plätzen von Barcelona. Am einfachsten erreicht man ihn von der Rambla aus. Ebenfalls sehr schön ist der Place del Rei mit dem Palast Reial Major. Von  dort aus erreicht man in wenigen Minuten die Kathedrale von Barcelona. Unser Spaziergang endete am Placa Catalunya. Direkt am Platz liegt das Einkaufszentrum Corta del Inglés. Im obersten Stock befindet sich ein Kaufhausrestaurant. Von hier aus hat man einen wunderbaren Ausblick über den ganzen Platz Catalunya. Zum Abschluss tranken wir hier einen Cappuccino und genossen dazu das langsame Eindunkeln des Himmels über Barcelona. Gegen 21 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Placa d'Espanya. Dort findet während den Sommermonaten an vier Abenden in der Woche ein Licht- und Musikspektakel statt. Der Springbrunnen vor dem Palau Nacional erstrahlt in diversen Farben und bietet ein eindrückliches Spektakel. Entsprechend viele Touristen wollen sich die Show nicht entgehen lassen. Die Strasse vom Placa Espanya aus sowie die Terrasse rund um den Springbrunnen säumen Tausende von Menschen.

Rückflug nach Zürich

Grundsätzlich sind Ferien immer zu kurz. Nicht anders ging es uns bei unserem Aufenthalt in Barcelona. Obwohl acht Tage eigentlich ganz schön lange für eine Städtereise sind, kam uns die Zeit zu kurz vor. Zu gerne wären wir nochmal zwei, drei Tage lang an den Strand gelegen oder hätten die Umgebung der Stadt erkundet. Unser Rückflug startet am Morgen. Wie bereits in Zürich konnten wir den Check-In bereits einen Tag im Voraus im Internet selbstständig durchführen. So mussten wir nur noch das Gepäck am Schalter aufgeben. Bei Flügen mit der Swiss können Web-Check-In-Passagiere die Koffer am Business-Class-Schalter abgeben. So ging der ganze Vorgang sehr zugig und wir konnten bereits nach wenigen Minuten die Sicherheitskontrolle passieren. Im Terminal gibt es einige Läden, sofern noch genügend Zeit vorhanden ist steht einem Duty-Free-Einkauf also nichts im Wege. Ausserdem gibt es einige Restaurants und Kioske. Nach etwas über anderthalb Stunden Flug landeten wir im bewölkten Zürich und machten uns müde aber zufrieden auf die letzten Kilometer in die eigenen vier Wände mit dem Zug in Angriff zu nehmen.

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